Gewaltfrei  lernen

Stand: Oktober 2016 an der OGGS Vilkerath

Bausteine:

  • Das Präventions- und Kooperationskonzept ist Teil unseres Schulprogramms.
  • Es geht um die Entwicklung einer Gemeinschaft im Kreis von individuellen Persönlichkeiten (siehe auch sozial- emotionale Kompetenz)
  • Es geht um die Entwicklung der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
  • Konfliktlösungen ohne Gewalt werden angestrebt.
  • Vor allem unter dem Aspekt der multikulturellen Gesellschaft und der unterschiedlichsten Mentalitäten ist diese von Respekt getragene Grundhaltung wesentlich.
  • Das Konzept schließt das gesamte System ein – neben Schülern/ Eltern/ Lehrern v.a. auch die OGS der Schule.

Das Programm wird detailliert alle vier Jahre wiederholt und konsequent eingesetzt. Die Übungsformen müssen sich verfestigen, selbstverständlich werden.

Ein Kind bewegt sich immer am sichersten in einem festgelegten Rahmen; Grenzen müssen klar festgelegt sein. Es sollte einen Maßnahmenkatalog geben, wenn z.B. die Stopp- Regel nicht greift; dann müssen Taten folgen.

Nachhaltigkeit, das heißt alle Kinder mit den Regeln dauerhaft handlungsfähig und- sicher zu machen, ist wesentlich bei diesem Konzept.

 

Drei Säulen:

Es gibt drei Säulen, auf denen dieses Programm basiert:

  1. Sozialverhaltensschulung (Stopp – Regeln, Konsequenzen)
  2. Bewegungsspiele mit Partnern (Wahrnehmung/ Kooperation/ Ruhe)
  3. Reaktionsübungen für gute Lösungen in konkreten Konflikten (Griffe, Helfen)

 

Reihenfolge:

Wahrnehmung/ Prävention: Stopp- Regeln

Dazu ist die eigene Körperwahrnehmung/ Körperspannung wesentlich.

Intervention: Befreiungsgriffe

Konsequenzen:  Maßnahmen/ Wiedergutmachung/ Die drei Arten des Helfens

 

Vereinbarung für unsere Schule:

Spaßkämpfchen führen zu 85 % zu ernsten Streitereien; bzw. 85 % der ernsten Verletzungen resultieren daraus.

Alles was weh tut, ist nicht gut; nicht zu tolerieren.

Entsprechend sind sie verboten!

 

Stufen der Gewalt:

Folgende Stufen der Gewalt werden unterschieden:

  • Kleine Schikanen
  • Große Schikanen
  • Beleidigung/ Mobbing

 

Maßnahmen:

 

Stopp- Regel:

Bei  sog. kleinen Schikanen:  Ärgern

Alles was weh tut, ist keine kleine körperliche Schikane!

Kurze Sätze; klares Signal dagegen; Anschauen

Stopp Hand und drei Stufen…

  1. Stopp, hör auf!
  2. Stopp, hör auf oder ich geh es sagen!
  3. Jetzt geh ich es sagen!

Dieses Vorgehen schützt auch die Lehrer, jede Kleinigkeit klären zu müssen.

 

Den Unterschied zwischen Beleidigen und Ärgern begreifen…

Wenn das Kind bei Stufe 3 ankommt, muss dem Kind Hilfe gewährt werden; die Aufsicht ist verantwortlich, das Problem zu lösen (dann ist es eben auch keine kleine Schikane mehr).

 

Nebenbei der Unterschied zwischen Petzen und Helfen:

Petzen: Wenn man etwas sagt, das einen selbst gar nicht betrifft.

Helfen: Wenn eine Eskalation droht oder man sich selbst helfen muss.

 

Bei sog. Großen Schikanen/ schwerwiegenden körperlichen Übergriffen

  • Sofort die Aufsicht aufsuchen
  • Keine Stopp- Regel mehr anwenden, B. bei Rempeleien

 

Vereinbarungen:

Bei Ärger erfolgt als Erstes die  Rückfrage, ob die Stopp- Regel angewandt wurde.

Wenn die Stopp- Regel nicht beachtet wird:

  • Auszeit
    • Unterstützung durch die Streitschlichter – Klärung des Vorfalls im Streitschlichterraum
    • Dies ist auch auf die nächste Pause übertragbar, wenn diese mit dem Vorfall endet.

 

Kleinerer Vorfall:  gelber Zettel im Lehrerzimmer

Größerer Vorfall:   roter  Zettel im Lehrerzimmer

 

Wiedergutmachung muss festgelegt und ausgeführt werden; sie bezieht sich auf den Ärger selbst; der Betroffene muss bestätigen, ob es eine Wiedergutmachung gegeben hat. Es gibt Wiedergutmachungsplakate für alle in den Klassen, aber auch eines im Lehrerzimmer.

 

  • Gelbe Zettel werden nach geleisteter Wiedergutmachung zerrissen

Rote Zettel ziehen einen Eintrag ins rote Buch nach sich; es folgt gleichzeitig ein roter Elternbrief

Post it:

Name Verursacher:

Name Betroffener:

Datum:

Wiedergutmachung:

Kürzel:          Elternbrief            Wiedergutmachung

 

Bei  Provokationen/ Beleidigungen- Mobbing

Diese soll man möglichst ignorieren und nicht reagieren. Das betroffene Kind kann sich die sogenannte Elefantenhaut  anlegen. Damit wird dem Täter die Aufmerksamkeit entzogen – auch die Beobachtenden müssen neutral bleiben; sie dürfen nicht lachen oder Ähnliches.

Um neutral und ruhig zu bleiben, kann man sich selbst zum Beispiel ablenken und  in Gedanken reisen (eigene Story überlegen).

 

Maßnahmen/ Wiedergutmachungen

  • Diese sollten konsequent umgesetzt werden.
  • Sie müssen folgen.
  • Die Arten der Wiedergutmachung wurden von den Kindern gemeinsam erarbeitet.
  • Verträge und Konsequenzen stellen eine echte Hürde dar, wieder so handeln zu wollen.
  • Eine Wiedergutmachung ist eindeutig mehr als „shake hands“.

z.B. Brief, Bild malen, mitspielen lassen…

  • Die soziale Dienstleistung selbst wird als Hürde definiert, wieder so handeln zu wollen.
  • Wenn ein Konflikt nicht geklärt werden kann, sollte für die Beteiligten eine Win- Win- Situation geschaffen werden.

Wenn Kinder vor dem Ärger weglaufen, sollte eine spätere Klärung herbeigeführt werden.

Wenn Kinder das Schulgelände verlassen, muss natürlich gehandelt werden.

 

Eintrag in das sog. rote Buch und Mitteilung per rotem Elternbrief

Das rote Buch: Es befindet sich unter Verschluss. 

 

Ort/ Datum Name Tat Zeuge Gesprächsleitung
       

 

Die drei Arten des Helfens:

  • Erwachsene zu Hilfe holen
  • Eine „liebe Mauer“ bauen um Streitende zu trennen
    Alleine helfen, wenn es nicht zu gefährlich ist (z.B. Kühlpack holen…)

 

Schülerstreitschlichtung wird eingebunden.