714Schulhund Barney an der OGGS Vilkerath

Liebe Eltern, liebe Kinder, warum ich Ihnen und euch schreibe? Weil ich mich als Schulhund an der OGGS Vilkerath präsentieren möchte. Wie es dazu kam, wer ich bin, was ein Schulhund ist und warum das für die OGGS Vilkerath so gut ist, erzähle ich nun.

Zuerst darf ich mich vorstellen: Ich bin der Barney. Ich bin sieben Jahre alt (in Menschenjahren bin ich schon 49!) und ein schwarzer Labrador. Damit gehöre ich einer Rasse an, die früher in England Enten apportierte (brachte). Meine Vor-, Vor-, Vorfahren sind die Berner-Sennhunde /so z.B. der Hund aus der Sendung „Heidi“.

Mit meinen Rassemerkmalen und Wesenszügen eigne ich mich besonders gut als entspannter, friedlicher, sicherer Familienhund. 30% der sogenannten Schulhunde sind Labrador- Retriever, weil sie leicht zu erziehen und sehr folgsam sind. Damit wären wir schon beim Thema „Schulhund“. Was ist das? Ich bin erst einmal ausdrücklich kein Schulbesuchshund. Das wäre ein Hund, der von außen mit einer schulfremden Person ab und zu zu Besuch käme, um zum Beispiel etwas Besonderes über uns Hunde zu erzählen. Ich bin ausdrücklich auch kein Therapiehund, das heißt, ich bin nicht ausgebildet, um bestimmte Kinder, Kranke oder Menschen mit Behinderung zu begleiten und zu helfen. Aber ich bin ein Schulhund, weil ich im Rahmen der tier- bzw. hundegestützten Pädagogik trotzdem ganz viel bewirken und unterstützen kann. Zunächst mal hat mein Frauchen, die sich echt gut mit mir auskennt, mit mir die Begleithundeprüfung gemacht, damit wir zwei im Team zeigen können, dass wir gut aufeinander abgestimmt sind und ich alle Situationen ohne Stressreaktion und mit gutem Gehorsam meistern kann (Lautstärke, Schreckereignisse, Fahrzeuge, wilde Menschen, andere Hunde usw.). Außerdem ist sie mit mir zum Tierarzt und zur Versicherung gegangen, damit klar ist, dass ich gesund und versichert bin – auch in der Schule. So, also erst hat mein Frauchen mich mal ganz vorsichtig vorgestellt; Frau Leininger und ihr Hund Mila fanden das ganz toll, die Lehrer fanden’s super und der Hausmeister, Herr Faustmann, hat auch kein Problem mit mir, weil ich ja genau weiß, wo ich mich lösen darf und wann. Ich mache echt kaum Dreck. Es ist übrigens ganz gesund für die Abwehr, so ein paar Hundehaare zu berühren… Und jetzt nimmt mich mein Frauchen schon zweimal pro Woche mit in die Schule. Dann darf ich am Tag zwei Stunden mit in den Unterricht. Das ist soooo anstrengend für mich, dass ich danach in ihrem Büro auf meiner Decke erst einmal ausschlafen muss. Manchmal kommen mich auch im Büro Kinder besuchen, z.B. wenn montags Mini- Rat ist. Oder ich besuche die Kinder in den anderen Klassen, wenn mein Frauchen Zeit hat. Wenn ich aber meine Ruhe haben will, dann merkt Frauchen das und achtet darauf. Ich schlafe nämlich neben meinen sportlichen Aktivitäten, wie Ball spielen, im Wald toben, Inline skating, Fahrrad fahren und Joggen bis zu 20 Stunden am Tag! Das tut jeder ausgelastete Hund gerne. Ein paar Mal war ich mit verschiedenen Klassen auch schon im Wald. Das war klasse. Dann bekommen die Schulkinder im Beisein von Frauchen Aufgaben, wie z.B. Füttern und Gassi- Gehen. Sie dürfen auch mit mir Ball spielen oder die Befehle lernen, damit ich Kunststücke vorführe. Vielleicht überlegen sie sich auch mal einen Parcours, ich laufe nämlich unheimlich gerne Slalom oder hüpfe über Hindernisse, klettere Rampen hoch, wippe oder gehe auch durch kleine Tunnel… Auch eine Hunde- AG gibt es immer mal wieder, damit mich viele Kinder kennen lernen können und viele über mich etwas lernen. Frauchen kann so viel mit mir zeigen und erklären. Vielleicht haben dann alle Kinder der OGGS weniger Angst vor Hunden und wissen sich auch richtig zu verhalten, wenn unfreundliche Artgenossen/ Kumpel ankommen. Uns Hunde kann man nämlich „lesen“. Wir zeigen mit unserem Schwanz, unseren Ohren, unserem Körper und unserer Sprache sehr deutlich, ob wir uns freuen, uns langweilig ist, wir traurig, müde, überfordert, unsicher oder wütend sind. Die Klassen 1 und 2 machen jetzt sogar im Sachunterricht das Thema „Hund“. Dann komm ich vorbei – versprochen. Eure Gegend rund um die Schule ist übrigens auch richtig spannend für mich – so viele Felder, Wiesen und Wälder. Prima! Da gehen wir manchmal spazieren, kommt mal mit…. Mir fällt auf, dass ihr Kinder immer richtig gute Laune habt, wenn ich in den Unterricht komme. Ihr streichelt mich mal, probiert einen Befehl, lernt viel z.B. auf Englisch über meine Körperteile oder über Welpen, ihr seid automatisch leise und bleibt auf dem Platz, weil ich alles andere gar nicht vertrage (ich habe sehr empfindliche Ohren und brauche möglichst Sicherheit und Ruhe durch Regeln), ihr lest mir vor und freut euch einfach, so dass ihr besser lernen könnt. Das ist sogar bewiesen. Es gibt Stoffe in eurem Körper, die machen, dass ihr mehr Freude habt und weniger gestresst seid, was für das Lernen im Gehirn ganz super ist.

Bitte beachtet nur folgende Regeln:

– 1. Ich bin leise und gehe langsam, wenn der Hund in der Nähe ist.

-2. Ich bleibe stehen, wenn der Hund auf mich zuläuft.

-3. Wenn ich frage, darf ich den Hund füttern, streicheln oder Kommandos geben.

-4. Ich wasche mir anschließend gründlich die Hände.

-5. Ich störe den Hund nicht beim Schlafen oder Fressen.

-6. Ich lasse nichts auf dem Boden liegen.

Ich hoffe, Sie und ihr habt mich jetzt schon etwas besser kennengelernt. Das würde mich echt freuen.

Wenn ihr oder Sie noch Fragen haben, beantworten wir die sehr gerne.

Herzliche Grüße von eurem Barney

 

Aktuell ist ein weiterer Hund in der Schulhundausbildung, Happy.  Er hat schon erste Erfahrungen in der OGGS Vilkerath gemacht und berichtet regelmäßig in seinem Blog über seinen Hundealltag. Wer Interesse hat, kann hier mehr über Happy erfahren.